In einer würdevollen Feierstunde, wenngleich mit dem geforderten Abstand, wurden am vergangenen Freitag fünf Kolleginnen und Kollegen aus dem Schuldienst verabschiedet. Eike Wessels (Mathematik, Sport), der weitaus jüngste unter ihnen, verlässt die Schule, um in seiner Heimat in Niedersachsen eine neue Stelle anzutreten. „Wir haben ihn fit gemacht für die neue Schule,“ erläuterte Schulleiter Meinolf Dörhoff mit Blick auf die zahlreichen Bereiche, in denen der Junglehrer in den letzten fünf Jahren eingesetzt worden war.
Martina Alaze-Möllers (Kath. Religionslehre, Erziehungswissenschaft) geht in den wohlverdienten Ruhestand. Über 33 Jahre war sie am AJG im Einsatz und war neben Maria Kleinitz eine der ersten beiden Frauen im Fach kath. Religion am AJG, die nicht dem Orden der Steyler Missionare angehörte. In beiden Unterrichtsfächern zeigte sie sehr großes Engagement. Die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts führte sie mit einem Höchstmaß an strukturierter Präzision durch. "Unter 100 Prozent ging nichts, nicht bei Martina," berichtete die stellvertretende Schulleiterin Ruth Janning. Martina Alaze-Möllers hat mit großem Engagement das Methodenlernen und Lerntraining am AJG nach vorne gebracht und hat damit tiefe Spuren am AJG hinterlassen. Darüber hinaus hat sie damals die Juli-AG (Jugendliturgie-Arbeitsgruppe) und die Frühschichten sowie noch einiges mehr in Form eines umfassenden Seelsorgekonzeptes am AJG ins Leben gerufen. "Dabei zeichnete Martina drei Dinge besonders aus", so die Fachkonferenzvorsitzende Gerlinde Wilmsmeier: " Sie war immer in Aktion, kreativ und aufgeschlossen". Beeindruckend war auch ihr Einsatz im Bereich des von ihr koordinierten Schülerbetriebspraktikums." Der Bildband, den sie von ihrer Fachschaft geschenkt bekommen hat, lässt sie ihrem lang gehegten Ziel in Zukunft vielleicht etwas näherkommen: einmal im Leben nach Australien zu fliegen.
Stefan Schulte (Mathematik, Sport) war ebenfalls über 30 Jahre aktiv am AJG. „Zunächst war mir gar nicht aufgefallen, welch unglaublich schauspielerisches Talent Herr Schulte hat,“ sagte Schulleiter Dörhoff in seiner Würdigung. „Doch Oldie-Revue, die Musicals, nicht zuletzt sein Auftritt als Hausmeister während einer Verabschiedung von Kollegen, haben es deutlich gemacht.“ Sein Talent, seine gestochene Handschrift, sein Humor, all das zeichnete ihn aus. „Einen Vierzeiler im Klassenbuch, das habe ich noch nicht geschafft. Wer etwas lernen wollte, dem konnten schon die Einträge im Klassenbuch reichen.“ Als Mathematiker war er stets an Zahlen interessiert. „Vor dreißig Jahren waren wir gefühlt alle Dreißig, selbst der stellvertretende Schulleiter Norbert Engel. Wir haben etwas bewegt, auf das wir stolz sein können. Und jetzt ist es ähnlich, nur dass ich nicht mehr Dreißig bin,“ schmunzelte Stefan Schulte mit Blick auf das überdurchschnittlich junge Kollegium.
Magdalena Wedding (Kunst, Französisch) gehört seit 1980 dem Kollegium an. „Ich habe mich immer gefragt, für welches Fach sie mehr brennt,“ würdigte Ruth Janning ihre Leistungen. „Es gibt keines, ihre Schülerinnen und Schüler spüren ihre Liebe zu beiden Fächern gleichermaßen. Ihr hohes Engagement, selbst noch mit Fortbildungen bis kurz vor der Verabschiedung, war immer präsent. „Wir sollten immer bestrebt sein, das Beste aus unseren Schülerinnen und Schülern herauszuholen, Ihnen Mut zu machen, zu schauen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken,“ erläuterte Wedding ihr pädagogisches Ziel mit Blick auf eigene Erfahrungen, als ihr zugetraut wurde, bei einer Oldie-Revue aufzutreten. Ruth Janning ergänzte noch, „Der Aufbau des Differenzierungsbereichs „Kunst/Kulturgeschichte“ ist ihr zu verdanken. Sie ist Initiatorin des Kunstwerks „Alpha und Omega“ (im Wäldchen des AJG) , das gemeinsam mit einem Künstler sowie Schülerinnen und Schülern aus Bauteilen des alten Missionshauses entstanden ist und als Sitzbank für Auszeiten und als Erinnerung an die Steyler AJG- Zeiten dient. Magdalena Weddings Natur ist von Zähigkeit und Sportlichkeit geprägt. Als Läuferin und Radlerin zeigt sie in allen Bereichen des Lebens ausgeprägte Kondition.“
Ulrich Westkamp (Mathematik, Erdkunde) kam neun Jahre nach Magdalena Wedding zum AJG. „Es passierte nicht nur einmal, dass Schüler zu mir kamen und sagten, sie würden Herrn Westkamp gerne als Mathelehrer haben wollen, sagte Dörhoff, „er könne so gut erklären.“ Sein Herzblut fand er in der Mathematik. Sein Ehrgeiz, auch schwächeren Schülerinnen und Schülern dieses Fach nahezubringen, war unbestritten, ergänzte Dörhoff.
Zum Abschluss wünschte der Schulleiter allen anwesenden Kolleginnen und Kollegen erholsame Ferien.